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18.03.2003 | Meeting report
Hänge in Bewegung – Werden Felsstürze und Rutschungen häufiger? Braucht es neue Konzepte im Umgang mit Naturgefahren?
23. Treffen der Parlamentarischen Gruppen «Klimaänderung» vom 18. März 2003

(cr) Die Entstehung von Massenbewegungen ist vielfältig und komplex. Darum fehlt bis heute der wissenschaftliche Nachweis für den kausalen Zusammenhang zwischen Massenbewegungen und der Klimaveränderung. Trotzdem können wir erwarten, dass eine Veränderung des Wasserhaushaltes infolge der Klimaänderung die Entstehung von Felsstürzen, Rutschungen und Hangmuren begünstigt. Besonders die in jüngster Zeit beobachteten wärmeren und niederschlagsreicheren Winter fördern eine Durchnässung des Untergrundes. Deshalb könnten in Gebieten mit ungünstigen geologischen Verhältnissen Rutschungen zunehmen.

Am Parlamentariertreffen in der März Session 2003 beleuchteten Dr. Hans-Rudolf Keusen von der Geotest AG und Prof. Hans Kienholz von der Uni Bern Fragen zu Hanginstabilitäten, welche nach den verschiedenen Ereignissen im vergangenen Jahr sehr aktuell sind.
Hanginstabilitäten hat es immer gegeben - mit und ohne Klimaveränderung. Dies erfordert sowohl Anpassung als auch vorkehrende Massnahmen. Bund, Kantone, Gemeinden und alle Beteiligten sind gefordert, ein kohärentes und konsistentes Risikomanagement zu betreiben. Dies bedingt eine Risikokultur, welche Schutzziele klar definiert, Prioritäten setzt und diese langfristig und konsequent unter Einbezug von gesellschaftlichen, ökologischen und wirtschaftlichen Ansprüchen durchsetzt. Das definieren der Schutzziele ist eine politische Angelegenheit. Es gilt, Restrisiken zu akzeptieren und dafür im Ereignisfall auch gerade zu stehen.

Das Treffen der parlamentarischen Gruppe Klimaänderung wurde von ProClim- und der ICAS der SANW und von der PLANAT organisiert.



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